Presseerklärung
zum 1. Mai
Der 1. Mai, ein Synonym für die schwer erkämpften Rechte der Arbeiter,
hat mit der Zeit gesamtgesellschaftlich an Inhalt und Bedeutung
gewonnen und ist aktueller denn je!
Arbeitslosigkeit, Ausbildungsplätze, Bildung und Qualität, Wirtschaft,
Integration und Zuwanderung, Reformen bzw. Gesundheitsreformen,
Menschenrechte, Terrorismus, Flüchtlinge u.v.m. sind aktuelle Themen,
die von den arbeiterklassetypischen Fragen nicht zu trennen sind.
Es wäre auch nicht produktiv, wenn die Arbeiter bzw. die Gewerkschaften
keine Positionen zu gesellschaftlichen Fragen hätten.
In der BRD leben ca. 7 bis 8 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund,
die zwei- und mehrsprachig sind, unterschiedliche Kulturen und Glauben
mitgebracht haben.
Schätzungsweise 800.000 Kurden leben in Deutschland und ca. 20 % von ihnen
haben die deutsche Staatsangehörigkeit, damit auch das Wahlrecht!
Sie kommen aus allen vier Teilen Kurdistans, werden aber nicht als
eigenständige Volksgruppe anerkannt.
Ihre Lage in den Heimatländern wird ignoriert. Trotz friedlichen Lösungsvorschlägen
werden die Kurden in der Türkei, im Iran und in Syrien unterdrückt,
verhaftet, gefoltert. Die diesjährigen Newroz-Feiern in Syrien waren
ein aussagekräftiges Beispiel für die Haltung des syrischen Regimes
zu Kurden. Bei Ausschreitungen wurden 70 Kurden getötet, Tausende
wurden verhaftet. Die Unterdrückung der syrischen Regierung dauert
an.
Die Kurdenpolitik der Türkei ist nach wie vor eine brutale Verleugnungs-
und Assimilationspolitik. Die von der EU geforderten Reformen werden
im Ansatz gesetzlich verabschiedet, aber nicht in der Praxis angewandt.
An einer vernünftigen, dauerhaften, friedlichen und politischen
Lösung der Kurdenfrage ist das türkische Regime nicht interessiert.
Solange die Kurdenfrage nicht gelöst wird, werden auch die genannten
demokratischen Reformen nicht funktionieren, weil der Staat als
Unterdrücker bestehen bleibt.
Nicht ohne Grund sagt Außenminister Joschka Fischer: „Die Türkei hat bei
der Verwirklichung ihrer Reformen noch eine große Wegstrecke zurückzulegen.“
Wir möchten bei der Gelegenheit alle verantwortungsbewussten Politiker
daran erinnern:
-
seit 85 Jahren
sind 20 000 000 Kurden ohne Rechte
-
die kurdische
Sprache ist verboten
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kurdische
Feste sind verboten
-
ca. 4000 Dörfer
sind noch menschenfrei
-
Tausende Gefangene
warten auf Amnestie
Die türkische Regierung will die EU-Vollmitgliedschaft, ist aber nicht
bereit, die Kopenhagener Kriterien zu erfüllen. Diese Kriterien
werden sicher nicht ausreichen, die Kurdenfrage grundlegend zu lösen.
Doch die Türkei ist sogar nicht bereit, selbst diese kleinen Forderungen
zu realisieren, das stellen auch europäische Vertreter fest.
Wenn die europäischen Werte eine Bedeutung haben, müssen die Europäer
„das Kind beim Namen nennen“. Seien wir ehrlich, meinen wir nicht
alle die Kurden, wenn wir sagen, dass die Türkei die Menschenrechtsfragen
und Minderheitenfragen lösen muss?
Wir müssen gemeinsam unsere Stimme gegen Ungerechtigkeiten erheben!
Unterdrückung und Vertreibung sind Flucht- und Migrationsursachen.
Wir alle sind davon betroffen.
Es lebe der 1. Mai!
Es lebe die Solidarität!
KOMKAR-Bundesvorstand
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