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An die Öffentlichkeit:
Gegen das Vergessen
16 März 1988: Giftgasangriff
auf Halabja
Es gibt Nationen und Völker, deren Namen mit bestimmten
historischen Ereignissen in Verbindung gebracht werde. So wie die
Juden mit dem Holocaust im Nazi-Deutschland und die Armenier mit
dem Völkermord 1915 in der Türkei in Verbindung gebracht werden,
werden die Kurden mit dem Giftgasangriff auf Halabja am 16. März
1988 in Verbindung gebracht.
Das Volk der Kurden ist in seiner Geschichte immer wieder
zum Opfer der außenpolitischen Interessen der Großmächte geworden.
Während beispielsweise die Araber zahlreiche Staaten gründen konnten,
wurde Kurdistan unter dem Iran, Irak, der Türkei, Syrien und der
Sowjetunion aufgeteilt.
Die Kurden in allen Teilen Kurdistans haben sich immer
wieder gegen die Besatzer gewehrt. Dersim, Agri, Scheich Sait, Barzani
– das sind einige der Synonyme für Kurdenaufstände, die brutal,
vor den Augen der Weltöffentlichkeit zerschlagen wurden. Hunderttausende
Kurden wurden massakriert und deportiert.
In Südkurdistan (irakischer Teil Kurdistans) haben die
Kurden unter der Führung des legendären Kurdenführers Mustafa
Barzanî einen erfolgreichen und tapferen Kampf gegen Baath Partei
und dessen Führer Saddam Hussein geführt.
Am 16. März 1988 ließ Saddam Hussein das kurdische Gebiet
aus der Luft mit Giftgas angreifen. Dabei starben allein in Halabca
unmittelbar nach dem Angriff 5000 Kurden, die meisten von ihnen
Frauen und Kinder.
Um den kurdischen Widerstand zu brechen, ließ Saddam
Hussein in den berüchtigten „ „Anfal-Operationen“ 182.000 Kurden
deportieren, angeblich nach Süden, in die Wüste. Keiner dieser deportierten
Kurden kam jemals wieder zurück. Jetzt, nach der Befreiung des Irak
und Kurdistans, findet man nach und nach die Leichen der damals
deportierten in Massengräbern in der Wüste. Saddam und seine Mörder
haben die meisten gefoltert und bei lebendigem Leibe begraben.
Die Weltöffentlichkeit wusste davon. Aber sie schwieg,
und schwieg und schwieg – bis sich die Interessenslage änderte und
die Kurden wichtig wurden.
Das kollektive Gedächtnis des kurdischen Volkes hat
diese Millionen Opfer von den Aufständen bis zum Giftgasangriff
auf Halabja und auch darüber hinaus nicht vergessen. Diesen Märtyrern
auf dem Weg zur Freiheit und Selbstbestimmung schulden wir viel.
Die
kurdische Nation wird den Giftgasangriff auf Halabja niemals vergessen!
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