Presseerklärung

zum Anlass des feigen Attentats in Erbil

Gestern, am religiösen Opferfest der Muslime, sind in Erbil, Sitz des kurdischen Parlamentes und der Regierung in Südkurdistan (Nordirak), während der Feierlichkeiten auf die Parteibüros von KDP (Demokratische Partei Kurdistans/Irak) und PUK (Patriotische Union Kurdistans) zwei Selbstmordattentate verübt worden. Bei diesen Attentaten sind nach offiziellen Angaben der kurdischen Behörden mehr als 60 Tote und 200 Schwerverletzte zu beklagen.

Unter den Toten befinden sich auch hohe Funktionäre der beiden Parteien, unter ihnen auch das im Ausland bekannte Parteivorstandsmitglied der KDP, Sami Abdurrahman und Parteivorstandsmitglied der PUK, Adnan Mufti.

Wir verurteilen diese feigen und barbarischen Attentate in Südkurdistan aufs schärfste. Die Hinweise deuten darauf hin, dass diese Attentate von religiös-fundamentalistischen Organisation Ansar Al-Islam, die mit dem Terror-Netzwerk Al-Kaida in Verbindung steht, vor langer Hand vorbereitet wurden.

Ziel dieser Attentate ist:

  • In der föderalen Region Kurdistan (Nordirak) für politische und gesellschaftliche Instabilität zu sorgen;
  • Die Kurden zu bestrafen, weil sie in enger Zusammenarbeit mit den Kriegskoalitionskräften zum Sturz des blutigen Baath-Regimes beigetragen haben.

Die Kurden haben seit 12 Jahren unter den schwierigsten Bedingungen ihre föderalen Strukturen aufgebaut, und zwar unter Einbeziehung der ethnischen Minderheiten wie die Assyrer und Turkmenen. Auch ihre Bemühungen zum Aufbau der zivil-gesellschaftlichen Strukturen haben in diesem Zeitraum Früchte getragen. Der Bevölkerung in der föderalen Region Kurdistan geht im Verhältnis zu der übrigen Bevölkerung im Irak besser.

Nach dem Irak-Krieg haben die kurdischen Parteien eine größere Möglichkeit die zukünftigen Strukturen Iraks zu beeinflussen. Dieser positive Prozess und die demokratische Entwicklung in Südkurdistan ist nicht nur ein Dorn im Auge  der arabischen Nationalisten und religiösen Fundamentalisten sondern auch der Nachbarstaaten wie die Türkei, der Iran und Syrien, die in einem zukünftigen Bundesrepublik Irak eine Gefahr für ihre staatliche Einheit sehen. Daher versuchen auch diese Staaten in der föderalen Region Kurdistan für Instabilität zu sorgen bzw. diese aufgebauten demokratischen Strukturen zu zerstören.

Diese feigen Attentate, wenn auch diese Staaten nicht unmittelbar daran beteiligt sind, passen sehr in ihren Konzepten.

Wir trauern mit den beiden kurdischen Parteien um ihre ermordeten Funktionäre und mit dem kurdischen Volk für die Toten und Verletzten.

Wir appellieren an  die internationale Staatengemeinschaft, sich für die legitimen Rechte und Forderungen des kurdischen Volkes einzusetzen.

Wir appellieren an die Europäische Union sich stärker als bisher an dem Aufbau eines demokratischen und föderalen Iraks zu beteiligen, an denen alle Bevölkerungsgruppen  partizipieren können.

Montag, 02. Februar 2004

  • IMK e.V. – Internationales Zentrum für Menschenrechte der Kurden
  • KOMKAR – Verband der Vereine aus Kurdistan e.V.

V.i.S.d.P: Abubekir Saydam, Geschäftsführer des IMK e.V., PF 200738, 53 137 Bonn

 
Verband der Vereine aus Kurdistan Bunsenstr. 7 D-51145 Köln
Tel.: 02203-93517-0 Fax: 02203-31126
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